Data Logging Glossar
A-Z: Fachbegriffe, Technologien und Prozesse
Dieses Glossar bietet einen kompakten Überblick über wichtige Begriffe und Konzepte aus dem Bereich Data Logging. Es dient als Nachschlagewerk, um technische Zusammenhänge besser zu verstehen und den Umgang mit Datenloggern sowie Datenerfassungssystemen zu erleichtern.
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1000BASE-T1
Ein Automotive-Ethernet-Standard für Gigabit-Datenübertragung (1 Gbit/s) über ein einziges verdrilltes Adernpaar. 1000BASE-T1 wird häufig in modernen Fahrzeugarchitekturen eingesetzt, um hohe Datenraten (etwa von Kameras, Radar- oder Lidar-Sensoren) zu übertragen.
1000BASE-TX
Ein Ethernet-Standard zur Übertragung von 1 Gbit/s über zwei verdrillte Adernpaare (Kupfer, typischerweise Cat6). Im Automotive-Umfeld spielt 1000BASE-TX eine untergeordnete Rolle gegenüber 1000BASE-T1, wird jedoch in Prüfständen, Laborumgebungen oder Backend-Systemen für Hochgeschwindigkeits-Datenlogging genutzt.
100BASE-T1
Ein Automotive-Ethernet-Standard für 100 Mbit/s über ein einzelnes verdrilltes Adernpaar. Er ist weit verbreitet in Steuergeräten (ECUs) und Sensor-/Aktuator-Netzwerken. Für Data Logging ermöglicht 100BASE-T1 eine robuste und kosteneffiziente Datenübertragung bei mittleren Datenraten.
A
Abtastrate (Sampling Rate)
Die Abtastrate beschreibt die Anzahl der Messwerte, die pro Zeiteinheit erfasst werden (z. B. Hz oder kHz). Im Data Logging bestimmt sie die zeitliche Auflösung eines Signals. Eine zu niedrige Abtastrate kann relevante Signalanteile verlieren (Aliasing), während eine hohe Abtastrate größere Datenmengen erzeugt und höhere Speicher- und Übertragungsanforderungen stellt.
ADAS (Advanced Driver Assistance Systems)
Fahrerassistenzsysteme, die den Fahrer unterstützen oder teilweise Fahrfunktionen übernehmen (z. B. Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Adaptive Cruise Control). ADAS-Systeme erzeugen große Mengen an Sensordaten (Kamera, Radar, Lidar), die im Rahmen von Entwicklung, Validierung und Absicherung häufig mittels Data Logging aufgezeichnet und analysiert werden.
Analog (Analoge Signale)
Kontinuierliche elektrische Signale, deren Amplitude einen physikalischen Messwert repräsentiert (z. B. Spannung proportional zu Druck oder Temperatur). Für digitales Data Logging müssen analoge Signale mittels Analog-Digital-Wandler (ADC) in diskrete Werte umgewandelt werden. Signalqualität, Abtastrate und Auflösung des ADC beeinflussen die Genauigkeit der Aufzeichnung.
ASAM
ASAM (Association for Standardisation of Automation and Measuring Systems) ist eine internationale Organisation zur Standardisierung von Datenformaten und Übertragungsprotokollen in der Fahrzeugentwicklung. Relevante ASAM-Standards für Data Logging sind u. a. MDF (Messdatenformat), XCP (Mess- und Kalibrierprotokoll) sowie CMP (herstellerübergreifendes Übertragungsprotokoll). Sie gewährleisten die Interoperabilität zwischen Werkzeugen und Systemen.
ASAM CMP-Protokoll
ASAM CMP (Capture Module Protocol) ist ein von ASAM standardisiertes Protokoll für die Kommunikation zwischen Capture Modules (Probes) und Data Sinks (Loggern) in Mess- und Datenerfassungssystemen. CMP wird über Ethernet übertragen und ermöglicht die herstellerübergreifende Übertragung von Fahrzeugbus-, Sensor- und Ethernet-Daten.
Aufnahmemodi
Aufnahmemodi beschreiben die verfügbaren Speicher- und Zielsysteme, auf denen erfasste Daten während einer Messung abgelegt werden. Je nach Anwendungsfall und Datenrate stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung. Typische Aufnahmemodi sind interner Speicher, externer Speicher oder PC via Ethernet.
Automotive Data Logging
Automotive Data Logging bezeichnet die systematische Erfassung, Speicherung und Analyse von Fahrzeugdaten während Entwicklung, Erprobung und Validierung. Erfasst werden unter anderem Buskommunikation (z. B. CAN, Ethernet), Sensordaten, Steuergeräteparameter sowie Rohdaten aus ADAS-Systemen. Ziel ist es, Fahrzeugfunktionen nachvollziehbar zu analysieren, Fehler zu diagnostizieren und Systeme abzusichern.
Automotive Ethernet
Automotive Ethernet ist eine für den Fahrzeugeinsatz optimierte Ethernet-Technologie, die hohe Datenraten bei reduziertem Verkabelungsaufwand ermöglicht. Im Gegensatz zu klassischem Ethernet wird meist über Single-Pair-Kabel (z. B. 100BASE-T1, 1000BASE-T1) kommuniziert. Automotive Ethernet spielt eine zentrale Rolle bei datenintensiven Anwendungen wie ADAS und automatisiertem Fahren und ist entsprechend wichtig für Hochgeschwindigkeits-Data-Logging.
AUTOSAR
AUTOSAR (AUTomotive Open System ARchitecture) ist ein weltweit standardisiertes Software-Architekturframework für elektronische Steuergeräte (ECUs) in Fahrzeugen.
C
CAN (Controller Area Network)
CAN ist ein robuster, echtzeitfähiger Feldbusstandard zur Kommunikation zwischen Steuergeräten im Fahrzeug. Er ermöglicht priorisierte Nachrichtenübertragung bei vergleichsweise niedrigen Datenraten (klassisch bis 1 Mbit/s). Im Data Logging wird CAN genutzt, um Steuergerätekommunikation, Statusinformationen und Diagnosewerte aufzuzeichnen.
CAN-FD (Flexible Data Rate)
CAN-FD ist eine Weiterentwicklung des klassischen CAN-Standards. Er erlaubt höhere Datenraten (bis mehrere Mbit/s) sowie größere Nutzdatenfelder pro Nachricht. Dadurch können mehr Informationen effizienter übertragen werden. Für Data Logging bedeutet dies größere Datenmengen bei höherer zeitlicher Auflösung im Vergleich zu klassischem CAN.
CCP (CAN Calibration Protocol)
CCP ist ein standardisiertes Protokoll zur Kalibrierung, Messung und Diagnose von Steuergeräten über CAN. Es ermöglicht den Zugriff auf interne Variablen und Parameter einer ECU während des Betriebs. Im Data Logging wird CCP eingesetzt, um gezielt Steuergeräte-interne Messgrößen für Entwicklungs- und Applikationszwecke aufzuzeichnen.
Auslesestation (Copy Station)
Eine Copy Station (Auslesestation) ist ein System zur schnellen und strukturierten Übertragung aufgezeichneter Messdaten von mobilen Datenloggern oder Speichereinheiten auf Server- oder Backend-Systeme. Sie wird typischerweise im Entwicklungsumfeld eingesetzt, um große Datenmengen effizient auszulesen, zu sichern und für die weitere Analyse bereitzustellen.
D
Data Acquisition (DAQ)
Data Acquisition (DAQ) bezeichnet den Prozess der Erfassung physikalischer oder digitaler Signale mittels Sensoren, Messhardware und entsprechender Software. Dazu gehören Signalaufbereitung, Analog-Digital-Wandlung, Zeitstempelung und Speicherung. Im Automotive-Kontext ergänzt DAQ klassische Busaufzeichnungen um analoge, hochfrequente oder spezialisierte Messgrößen.
Datenlogger
Ein Datenlogger ist ein Gerät zur Erfassung, Zeitstempelung und Speicherung von Messdaten. Je nach Ausführung können Buskommunikation (z. B. CAN oder Ethernet), Sensordaten, Steuergeräteparameter sowie analoge Signale aufgezeichnet werden. Moderne Datenlogger unterstützen hohe Datenraten, Triggerfunktionen sowie verschiedene Speicher- und Übertragungskonzepte.
Datenrate
Die Datenrate beschreibt die Menge an Daten, die pro Zeiteinheit übertragen oder gespeichert wird (z. B. Bit/s oder Gbit/s). Im Data Logging bestimmt sie die Anforderungen an Schnittstellen, Speicherarchitektur und Systemleistung. Besonders bei ADAS- und Ethernet-basierten Anwendungen können sehr hohe Datenraten auftreten, die eine verlustfreie Verarbeitung sicherstellen müssen.
Datensenke
Datensenke bezeichnet ein Gerät oder System, das Daten von verbundenen Tastköpfen oder Datenloggern empfängt und zentral speichert oder weiterverarbeitet. Im XORAYA Ökosystem übernehmen beispielsweise Systeme wie der N8000 oder N16000 diese Funktion.
Datenspeicher
Ein Datenspeicher ist das physische oder logische Medium zur dauerhaften Ablage aufgezeichneter Messdaten. Dazu zählen beispielsweise SSDs, RAID-Systeme oder Netzwerkspeicher. Im Automotive Data Logging müssen Datenspeicher hohe Schreibgeschwindigkeiten, Zuverlässigkeit und Datenintegrität gewährleisten.
Datenvalidierung
Datenvalidierung bezeichnet die systematische Prüfung aufgezeichneter Daten auf Vollständigkeit, Konsistenz und Plausibilität. Ziel ist es sicherzustellen, dass keine Datenverluste, Zeitstempelabweichungen oder Signalfehler vorliegen. Eine strukturierte Validierung ist insbesondere bei sicherheitsrelevanten Funktionen und großen Datenmengen essenziell.
Dauerlauf
Dauerlauf bezeichnet Langzeittests, bei denen Fahrzeuge oder Systeme über ausgedehnte Zeiträume unter realen oder simulierten Bedingungen betrieben werden. Im Data Logging werden dabei kontinuierlich Betriebs-, Diagnose- und Umweltdaten aufgezeichnet, um Robustheit, Zuverlässigkeit und Fehlverhalten über die Zeit zu analysieren.
Digital Signal
Ein digitales Signal besteht aus diskreten, häufig binären Zuständen (0 und 1). Im Fahrzeugumfeld werden digitale Signale zur Übertragung von Kommunikationsdaten sowie zur Darstellung logischer Zustände verwendet. Für das Data Logging können digitale Signale direkt erfasst und ohne Analog-Digital-Wandlung verarbeitet werden.
Distributed Data Logging
Distributed Data Logging beschreibt eine verteilte Aufzeichnungsarchitektur, bei der mehrere Logger oder Erfassungseinheiten synchronisiert in einem Fahrzeug oder Testsystem arbeiten. Die Daten werden lokal erfasst und später zusammengeführt oder zentral aggregiert. Dieses Konzept wird insbesondere bei komplexen E/E-Architekturen mit hohen Datenraten eingesetzt.
DLN (Data Logging Network)
Ein Data Logging Network (DLN) bezeichnet die Vernetzung mehrerer Data-Logging-Komponenten, wie Logger, Storage Units. Ziel ist eine koordinierte, skalierbare und synchronisierte Datenerfassung innerhalb eines Fahrzeugs oder einer Testinfrastruktur.
DLT (Diagnostic Log and Trace)
DLT ist ein standardisiertes Protokoll zur Übertragung von steuergeräteinterner Kommunikation. In einem Steuergerät laufen verschiedene Applikationen (z. B. Java und Security). Diese Applikationen erstellen jeweils für sich interne Logausgaben. Über DLT kann man diese Logausgaben abgreifen und im Datenlogger synchron mit den Daten der klassischen Bussysteme loggen.
DoIP (Diagnostics over IP)
DoIP ist ein Diagnoseprotokoll, das Fahrzeugdiagnose über IP-basierte Netzwerke ermöglicht. Es ersetzt bzw. ergänzt klassische Diagnosekommunikation über CAN. Der Vorteil gegenüber den klassischen Bussystemen ist die höhere Bandbreite und die damit verbundene Geschwindigkeit beim Upload von Steuergerätesoftware.
E
ECU (Electronic Control Unit)
Eine Electronic Control Unit (ECU) ist ein elektronisches Steuergerät, das spezifische Funktionen im Fahrzeug steuert, regelt oder überwacht (z. B. Motor, Bremse, ADAS-Funktionen). ECUs kommunizieren über Fahrzeugbusse wie CAN oder Ethernet und stellen zentrale Datenquellen im Automotive Data Logging dar.
ESU (External Storage Unit)
Ein Data Logging Network (DLN) bezeichnet die Vernetzung mehrerer Data-Logging-Komponenten, wie Logger, Storage Units. Ziel ist eine koordinierte, skalierbare und synchronisierte Datenerfassung innerhalb eines Fahrzeugs oder einer Testinfrastruktur.
F
FlexRay
FlexRay ist ein deterministisches, echtzeitfähiges Bussystem für sicherheitskritische Anwendungen im Fahrzeug. Es bietet höhere Datenraten als klassischer CAN und unterstützt redundante Kommunikationskanäle. Im Data Logging wird FlexRay zur Analyse zeitkritischer Steuergerätekommunikation aufgezeichnet.
G
Gbit-Ethernet
Gbit-Ethernet (Gigabit-Ethernet) bezeichnet Ethernet-Verbindungen mit einer Datenrate von 1 Gbit/s. Im Automotive-Kontext wird es häufig in Form von 1000BASE-T1 eingesetzt. Für Data Logging ist Gbit-Ethernet relevant, um hochauflösende Sensordaten oder parallele Datenströme zuverlässig zu übertragen.
GNSS/GPS
GNSS (Global Navigation Satellite System) ist der Oberbegriff für satellitengestützte Navigationssysteme wie GPS, Galileo oder GLONASS. Sie liefern Positions-, Geschwindigkeits- und Zeitinformationen. Im Automotive Data Logging werden GNSS-Daten zur Fahrzeuglokalisierung, Synchronisation und zur Kontextualisierung von Messfahrten genutzt.
gPTP (IEEE 802.1AS)
gPTP (generalized Precision Time Protocol, IEEE 802.1AS) ist eine spezielle Ausprägung von PTP für zeitkritische Ethernet-Netzwerke. Es definiert, wie Geräte in einem lokalen Netzwerk eine gemeinsame, hochgenaue Zeitbasis aufbauen und aufrechterhalten.
H
High-Speed Data Recording
High-Speed Data Recording bezeichnet die verlustfreie Aufzeichnung sehr hoher Datenraten, typischerweise im Bereich von mehreren Gbit/s. Dies ist insbesondere bei ADAS-, Kamera-, Radar- oder Ethernet-Rohdaten erforderlich. Die Systemarchitektur muss dabei eine durchgängige Hochleistungs-Datenverarbeitung und -speicherung gewährleisten.
HS-CAN
HS-CAN ist eine Variante des CAN-Bussystems mit Datenraten bis zu 1 Mbit/s. Es wird für zeitkritische Steuergerätekommunikation eingesetzt, beispielsweise im Antriebs- oder Fahrwerksbereich. Im Data Logging dient HS-CAN zur Analyse schneller Zustands- und Steuerinformationen.
L
LiDAR-Daten
LiDAR-Daten entstehen durch lichtbasierte Abstandsmessung (Light Detection and Ranging). Ein LiDAR-Sensor sendet Laserimpulse aus und misst die Laufzeit des reflektierten Signals, um präzise 3D-Umgebungsinformationen zu erzeugen. Im Automotive Data Logging zählen LiDAR-Rohdaten aufgrund ihrer hohen Datenrate und Datenmenge zu den anspruchsvollsten Aufzeichnungsformaten.
LIN (Local Interconnect Network)
LIN ist ein serielles Kommunikationsprotokoll für einfache Steuergeräte und Aktuatoren im Fahrzeug. Es wird typischerweise für Komfort- und Karosseriefunktionen eingesetzt (z. B. Fensterheber, Sitzverstellung). LIN arbeitet mit geringeren Datenraten als CAN und wird im Data Logging zur Analyse untergeordneter Subsysteme aufgezeichnet.
m
MDF (Measurement Data Format)
MDF ist ein von ASAM standardisiertes Dateiformat zur Speicherung von Messdaten. Es ermöglicht die strukturierte Ablage von Signalen, Zeitinformationen und Metadaten. MDF-Dateien sind weit verbreitet im Automotive Data Logging, da sie hohe Datenmengen effizient verwalten und mit gängigen Auswertetools kompatibel sind.
Messdatenerfassung (MDE)
Messdatenerfassung bezeichnet den gesamten Prozess der Erfassung, Digitalisierung, Zeitstempelung und Speicherung physikalischer oder digitaler Signale. Sie umfasst Sensorik, Signalaufbereitung, Datenübertragung und Datenlogging. Im Automotive-Umfeld ist MDE eine zentrale Grundlage für Entwicklung, Validierung und Absicherung von Fahrzeugfunktionen.
Modulares Loggersystem
Ein modulares Loggersystem ist ein Messsystem, das aus kombinierbaren Loggern, Tastköpfen und externen Speichereinheiten besteht. Es ermöglicht eine skalierbare Anpassung an unterschiedliche Messanforderungen, wobei Schnittstellenanzahl und Datenrate die Systemkonfiguration bestimmen.
N
NVH (Noise, Vibration, Harshness)
NVH (Noise, Vibration, Harshness) bezeichnet die Gesamtheit von Geräuschen und mechanischen Schwingungen in Fahrzeugen, die von den Insassen wahrgenommen werden. Der Begriff dient zur Bewertung des Komforts sowie zur Analyse störender Einflüsse verschiedener Fahrzeugkomponenten. Typische Teilbereiche der NVH sind z. B. Unebenheiten der Fahrbahn, Quietschen von Bremsen oder Scheibenwischern sowie das Rütteln des Motors.
O
OBD (On-Board Diagnostics)
On-Board-Diagnose (OBD) ist ein standardisiertes Hard- und Softwareverfahren zum Auslesen wichtiger Fahrzeuginformationen. Der OBD-Anschluss ist weltweit standardisiert und genormt (z. B. die OBD2-Buchse). Das Verfahren zum Auslesen von Fehlerspeichern oder abgasrelevanten Einflussgrößen ist standardisiert und meist zwingende Voraussetzung für die Zulassung eines Fahrzeugs in einem Land.
OTA Update (Over-the-Air)
OTA (Over-the-Air) bezeichnet die drahtlose Übertragung von Daten, insbesondere Software-Updates, Konfigurationsänderungen oder Parametern, an ein Gerät ohne physische Verbindung. Im Automotive-Bereich werden OTA-Updates genutzt, um Steuergeräte (ECUs), Infotainment-Systeme oder Fahrerassistenzfunktionen während des Fahrzeugbetriebs zu aktualisieren oder neue Funktionen bereitzustellen. Dadurch entfällt der Werkstattbesuch für viele Softwareänderungen.
P
PCAPs (Powercaps)
PowerCAPs (PCAPs) sind Kondensatoren mit hoher Kapazität, die elektrische Energie kurzfristig speichern können. Sie werden häufig eingesetzt, um Spannungseinbrüche zu überbrücken oder einem Gerät nach dem Abschalten der Versorgung noch für kurze Zeit Energie bereitzustellen.
PLP (Probe Logger Protocol)
PLP (Probe Logger Protocol) bezeichnet ein standardisiertes Kommunikationsprotokoll zur Übertragung von Messdaten von verteilten Messmodulen (Tastköpfen/Probes) an eine zentrale Datensenke (Logger). Es ermöglicht eine zeitlich synchronisierte Datenaufzeichnung zwischen Messwertaufnehmern und Datenloggern.
PTP (IEEE 1588)
PTP (Precision Time Protocol, IEEE 1588) ist ein Netzwerkprotokoll zur hochgenauen Zeitsynchronisation von Geräten in einem Ethernet-Netzwerk. Dabei verteilt eine Master Clock die Referenzzeit an eine oder mehrere Slave Clocks, die ihre lokale Uhr kontinuierlich daran anpassen.
R
Rohdaten (Raw Data)
Rohdaten (Raw Data) sind unverarbeitete, ursprünglich erfasste Daten in einem systemspezifischen oder proprietären Format. Dieses ist ohne zusätzliche Informationen oder Konvertierung nicht unmittelbar interpretierbar und muss vor der Auswertung aufbereitet werden.
RS-232
RS-232 bezeichnet einen standardisierten seriellen Kommunikationsstandard zur Übertragung von Daten zwischen Geräten über Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Die Daten werden dabei bitweise nacheinander gesendet und die Schnittstelle wird insbesondere für einfache textbasierte Kommunikation genutzt.
RSU (Removable Storage Unit)
RSU (Removable Storage Unit) bezeichnet Wechseldatenspeicher im XORAYA Ökosystem, die zur Speicherung und zum Austausch von aufgezeichneten Messdaten zwischen Datenlogger und Auswertesystem eingesetzt werden. Sie werden in kompatiblen Loggern wie N8000 und N16000 verwendet.
Real-Time Clock
Echtzeituhr (RTC, Real-Time Clock) ist eine elektronische Uhr, die unabhängig vom Hauptprozessor die aktuelle Zeit und das Datum weiterführt. Sie wird meist durch eine kleine Batterie oder einen Kondensator gepuffert, sodass sie auch bei ausgeschaltetem Gerät korrekt weiterläuft.
S
SDV
Software-Defined Vehicle (SDV) bezeichnet ein Fahrzeugkonzept, bei dem die wesentlichen Funktionen des Autos primär durch Software statt durch fest verdrahtete Hardware gesteuert werden.
SFP+
SFP+ (Small Form-factor Pluggable Plus) bezeichnet einen standardisierten, steckbaren Transceiver-Formfaktor für Hochgeschwindigkeitsnetzwerke mit Datenraten von typischerweise bis zu 10 Gbit/s.
Signalauflösung
Signalauflösung bezeichnet die kleinste unterscheidbare Änderung eines analogen Signals bei der Digitalisierung und wird durch die Bitanzahl des Analog-Digital-Wandlers bestimmt. Bei 16 Bit können 65.536 Spannungswerte dargestellt werden, wodurch bei 12 V eine Schrittweite von 275 µV entsteht. Dabei nimmt die Genauigkeit mit steigender Bitanzahl zu.
Signalrauschen
Signalrauschen beschreibt die Störung eines Signals durch unerwünschte Einflüsse aus der Umgebung, wie elektrische oder magnetische Felder. Ist ein Signal so stark gestört, dass es nicht mehr fehlerfrei wiederhergestellt werden kann, gilt es als verrauscht.
SOME/IP
SOME/IP (Scalable service-Oriented MiddlewarE over IP) bezeichnet ein serviceorientiertes Kommunikationsprotokoll für Ethernet-basierte Netzwerke, bei dem Teilnehmer gezielt Services abonnieren und Daten nur bei Bedarf übertragen werden. Dies reduziert den Netzwerkverkehr im Vergleich zu zyklischer Kommunikation.
Spannungsaufnahme
Spannungsaufnahme bezeichnet die elektrische Spannung, die für den Betrieb eines Geräts erforderlich ist und wird in Volt angegeben. Sie muss den spezifizierten Versorgungswerten entsprechen.
Stromaufnahme
Stromaufnahme bezeichnet die elektrische Stromstärke, die ein Gerät im Betrieb benötigt und wird in Ampere angegeben. Sie hängt von Aufbau und Leistungsanforderung des Geräts ab.
Synchronisation (Time Sync, PTP/gPTP)
Synchronisation (Time Sync, PTP, gPTP) bezeichnet die zeitliche Abstimmung mehrerer Systeme in einem Messverbund, sodass alle aufgezeichneten Daten mit einer einheitlichen Zeitbasis versehen werden. Dies erfolgt über zentrale Zeitquellen oder standardisierte Verfahren wie PTP und gPTP.
T
Tastkopf
Tastkopf bezeichnet ein Gerät zur Erfassung und Weiterleitung von Messdaten an ein übergeordnetes System. Die Speicherung erfolgt nicht im Gerät selbst, sondern auf einem verbundenen Datenlogger oder einer Datensenke. Manche Systeme wie der XORAYA N4000 können sowohl als Datenlogger als auch als Tastkopf eingesetzt werden.
Temperaturbereich
Temperaturbereich bezeichnet den definierten Bereich von Umgebungstemperaturen, in dem ein Produkt fehlerfrei betrieben werden kann. Im Automotive-Bereich ist dieser typischerweise weiter gefasst als bei Consumer-Geräten, beispielsweise von mindestens -40 °C bis +65 °C bei Produkten der X2E GmbH.
Tisax
TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) bezeichnet einen standardisierten Prüf- und Austauschmechanismus für Informationssicherheit in der Automobilindustrie. Er ermöglicht die einheitliche Bewertung und Anerkennung von Sicherheitsstandards zwischen Unternehmen.
Transparency Mode
Transparency Mode bezeichnet einen Betriebsmodus, in dem Daten unverändert und ohne Protokollinterpretation oder inhaltliche Verarbeitung weitergeleitet werden. Das System verhält sich dabei transparent gegenüber den übertragenen Daten und greift nicht in die Kommunikation ein. In Mess- und Automotive-Systemen wird der Transparency Mode häufig verwendet, um Netzwerkverkehr oder Bussignale originalgetreu aufzuzeichnen, weiterzuleiten oder zu tunneln, sodass Analysewerkzeuge die Rohdaten unverfälscht auswerten können.
Trigger
Trigger bezeichnet ein definiertes Ereignis, auf das ein Datenlogger mit einer vorgegebenen Aktion reagiert. Häufig wird ein Trigger verwendet, um empfangene Daten in einem bestimmten Zeitbereich gezielt aufzuzeichnen.
U
UART
UART (Universal Asynchronous Receiver/Transmitter) ist eine serielle Schnittstelle zur asynchronen Datenübertragung zwischen elektronischen Geräten. Sie wandelt parallele Daten im Mikrocontroller in serielle Datenströme um und umgekehrt.
V
Vehicle Bus Communication
Vehicle Bus Communication bezeichnet die Kommunikation zwischen elektronischen Steuergeräten in Fahrzeugen über standardisierte Bussysteme wie CAN, LIN, FlexRay oder Automotive Ethernet. Sie ermöglicht den Austausch von Daten und Steuerinformationen innerhalb des Fahrzeugs.
Vehicle Testing
Vehicle Testing bezeichnet die systematische Prüfung einer Fahrzeugplattform vor der Markteinführung unter realen und simulierten Bedingungen. Diese Tests beinhalten u. a. Straßentests, Tests der Elektrokomponenten (z. B. Hochvoltbatterie), NVH-Tests, Tests durch nationale Sicherheitsbehörden (wie z. B. TÜV oder im Rahmen der Homologation) und virtuelle Testsimulationen.
Video Logging
Video Logging bezeichnet die synchrone Aufzeichnung von Videodaten und Fahrzeugdaten zur zeitlich genauen Nachvollziehbarkeit von Ereignissen. Typische Anwendungsfälle sind die Aufnahme des Kombiinstruments oder von Verkehrssituationen zur Auswertung von Fahrerassistenzsystemen.
W
Wake
Wake bezeichnet einen Eingang eines Datenloggers, über den das Gerät aus einem energiearmen Zustand aktiviert wird. Durch ein anliegendes Signal wird der Logger aus dem Standby-Modus in den Betriebszustand versetzt.
Wechselspeicher
Wechselspeicher bezeichnet ein leicht entnehmbares Speichermedium, das nach der Datenerfassung aus einem Gerät entfernt und an einem externen System ausgelesen werden kann. Ein typisches Beispiel ist die Speicherkarte in einer Digitalkamera.
X
X2E ASCII
X2E ASCII bezeichnet ein Datenformat zur Speicherung von geloggten Messdaten in Klartext, das ohne spezielle Software lesbar ist. Dateien in diesem Format können mit Standard-Editoren geöffnet werden und verwenden typischerweise die Dateiendung *.dlasc.
X2E Native
X2E Native bezeichnet ein proprietäres Speicherformat von X2E zur Ablage von Messdaten in ihrer ursprünglichen, unverarbeiteten Form.
XCP
XCP (Universal Measurement and Calibration Protocol) bezeichnet ein standardisiertes Protokoll zur Messung und Kalibrierung von Steuergeräten, das verschiedene Übertragungsmedien wie CAN, FlexRay und Automotive Ethernet unterstützt. Es stellt eine Weiterentwicklung des auf CAN beschränkten CCP-Standards dar.
XLP
XLP (XORAYA Logger Protocol) bezeichnet ein proprietäres Kommunikationsprotokoll von X2E zur Übertragung und Verarbeitung von Messdaten. Es ermöglicht eine flexible, gerätespezifische Datenhandhabung entsprechend den Funktionen eines XORAYA Datenloggers.
Z
Zeitstempel (Timestamp)
Zeitstempel bezeichnet eine Zeitinformation, mit der eindeutig bestimmt werden kann, wann Daten erfasst wurden. Er kann in unterschiedlichen Formaten vorliegen, etwa als Millisekunden seit Messbeginn oder als absolute Zeitangabe, beispielsweise seit dem 01.01.1970.
